Müssen wir jetzt ganz neu über Sportjournalismus nachdenken?
Von einem kuriosen Platzsturm, der von nichts als Emotionen zeugt, und der ARD, die damit nicht umzugehen weiß
Nur noch ein paar Sekunden, dann ist Schluss. Fortuna Düsseldorf steht vor der Rückkehr in die Bundesliga, zum ersten Mal seit Jahren. Fortuna-Stürmer Ranislav Jovanovic vergibt die Großchance zum alles entscheidenden Tor. Doch das 2:2 im Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC reicht nach dem Sieg im Berliner Olympiastadion ohnehin. Für die Fans der Fortuna, zumindest für viele von ihnen, gibt es kein Halten mehr. Sie stürmen auf den Platz, obwohl der Schiedsrichter noch gar nicht abgepfiffen hat. Euphorie pur. Eines besseren Beweis bedarf es kaum, dass Fußball mit Emotionen ebenso untrennbar verbunden ist wie das Christentum mit der Bibel.
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Ja, wo wollen sie denn hin?
Der SSV Markranstädt ist der stille Profiteur des Einstiegs von Red Bull in den Leipziger Fußball. Die Ausgangslage des Wieder-Oberligisten ist besser als vor drei Jahren
Der Schatten ist groß. Der Schatten ist mächtig. Der Schatten bietet Schutz. Geräuscharm hat sich der beflügelte SSV Markranstädt wieder dorthin zurückgekämpft, wo er seine Unschuld verlor: in die Oberliga. Vor drei Jahren verkaufte sich der damalige Fünftligist an das Dosenimperium von Dietrich Mateschitz. Der Deal: Hunderttausende Euro, ausgeschüttet über mehrere Jahre, gegen das Oberliga-Startrecht für den neuen Marketingklub RasenBallsport Leipzig.
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