Wenig Fußball, viele Unterschiede
Montag, 28. November 2011, 14:04 Uhr;
zuletzt aktualisiert: Freitag, 2. Dezember 2011, 11:36 Uhr
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Das Duell zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch hat bewiesen, warum es zwei grün-weiße Vereine gibt

Nein, mit Derbystimmung hatte das nichts zu tun. Seltsam ruhig war es über weite Strecken des Spiels auf den sehr gut gefüllten Rängen des Alfred-Kunze-Sportparks. 2690 Interessierte – Guido Schäfer mutmaßt in der Leipziger Volkszeitung, dass darunter 1800 Chemiker gewesen seien – wollten sich das Sechstliga-Spiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig-Leutzsch (SGLL) nicht entgehen lassen. Ebenso wenig wie die journalistische Eliteliga der Republik. Die Süddeutsche Zeitung soll da gewesen sein (und hatte auch im Vorfeld berichtet). Eine Stunde vor Anpfiff schlenderten 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster und Kollege Jens Kirschneck erwartungsfroh am Gästeblock vorbei.

Das „Derby“ hat eine lange Vorgeschichte

Keiner versteht, was hier abgeht – so lautet der Tenor, der sich quer durch die Medien zieht. Hier spiele die „Jüdäische Volksfront“ gegen die „Volksfront von Judäa“, mögen die Hunderten neutralen Stadionbesucher gedacht haben. Dass das an der Realität vorbeigeht, wusste der aufmerksame Leser dieses Blogs bereits vor dem Spiel (I. Der Boykott, II. Der Niedergang der kritischen Fankultur, III. Die Wiederbelebung der BSG Chemie, IV. Die wiederholten politisch motivierten Angriffe auf die Diablos, V. Die gescheiterten Bemühungen, den FC Sachsen und die BSG Chemie wiederzuvereinigen, VI. Die Neugründung der SGLL und Jamal Engels Anti-Ultrà-Affekte, VII. Die Argumente, die heute gegen eine Vereinigung sprechen). Allen anderen musste das zumindest nach dem Abpfiff des Leutzscher Duells bewusst werden.

An die Stimmung eines Leipziger Derbys, etwa zwischen Chemie und Lok, kam dieses Aufeinandertreffen nicht heran. Es fehlte an Enthusiasmus, seltsamerweise nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen. Offenbar haben sich die Fans der BSG Chemie und der SGLL inzwischen so weit voneinander entfernt, dass sie nicht einmal mehr eine gemeinsame Sprache zu finden bereit sind, um miteinander zu kommunizieren. Eine Rivalität bedarf gleichwertiger Gegner – und keiner allzu großen Niveauunterschiede. Im Gästeblock erschöpfte sich das Liedgut fast ausnahmslos in „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“. Das ist ebenso wenig neu wie originell. Provokativ ist es offensichtlich auch nicht mehr, auch für die Diablos nicht. Der Heimblock spulte gelassen sein Repertoire ab – wie es gegen Oberlausitz oder Grimma nicht emotionsloser geschehen würde.

Kaum Enthusiasmus – auf wie neben dem Platz

Auch auf dem Spielfeld fehlte es an Leidenschaft. Es war kaum Härte im Spiel. Chemie war über 90 Minuten leicht besser, ohne jedoch gute Argumente hervorgebracht zu haben, warum es für diese Leistung drei Punkte geben sollte. Einer der Engagiertesten war René Behring. Der Trainer der BSG Chemie hätte vom Spielfeldrand aus am liebsten selbst eingegriffen, so schien es. Behring lief aufgeregter als sonst an der Seitenlinie entlang – obwohl er im Vorfeld noch gemeint hatte, es wäre ein Spiel wie jedes andere. Insbesondere Matthias von der Weth und Norman Lee Gandaa machten im Angriff jeweils ihre Sache gut, waren stets anspielbereit und sorgten – zu oft in Unterzahl gegen die vielbeinige SGLL-Abwehr – regelmäßig für Gefahr.

Von der Weths Kopfballtreffer nach einem Eckball in der Anfangsphase fand keine Anerkennung. Norman Lee Gandaa scheiterte mit einem fein gezirkelten Freistoß rechts außerhalb des Strafraums an der Querlatte. Das war in der stärksten Phase der BSG Chemie zwischen der 30. und 40. Spielminute. Die SGLL kam kaum gefährlich vor das Tor von Daniel Lippmann. Das blieb auch in der zweiten Halbzeit so, als Chemie jedoch zu passiv agierte, um den Sieg zu erzwingen. Dass in der Defensive nie Gefahr drohte, war der Verdienst der äußerst sicheren Innenverteidiger Kevin Kittler und Lukas Rieger.

Metastasen provozieren

Nach dem Schlusspfiff wurde es dann doch noch heiß und unübersichtlich. Trainer Behring wollte das Spiel gleich auf dem Platz auswerten und hatte seine Spieler in einen Kreis beordert. Als sich die Mannschaft kurz darauf bei den Fans bedanken wollte, waren die schon wieder weg. Der Norddamm rannte kollektiv in Richtung des Sozialtrakts an der Ostseite. Dort provozierten offenbar Mitglieder der Metastasen, einer rechts offenen bis neonazistischen Hooligangruppierung. Die Polizei hatte das Problemklientel nicht zurückgehalten. Es wäre ein Leichtes gewesen, diese Konfrontation zu verhindern – die schwarz Uniformierten, ausgerüstet mit Helm, Schlagstock und Pfefferspray, schritten erst ein, als es schon zu spät war, und drängten die Chemiker mit marialisichen Gesten zurück zum Norddamm. Das muss Spaß gemacht haben. Repression statt Prävention, so lautete einmal mehr die Devise.

Die Szenen nach dem Spiel und der halbherzige Support belegen, dass dieses Duell eben weniger einem sportlichen Wettstreit gleichwertiger Gegner gleichkam, als vielmehr den Zusammenprall grundverschiedener Kulturen bedeutete. Politik, wie es so schön verkürzt heißt, spielt hier gewiss eine Rolle. Aber es geht um mehr. Es geht um Fußballphilosophie, um Fragen, welche Rolle Fans in einem Verein spielen können, und auch darum, wie ein Verein überhaupt geführt werden sollte. Insofern verfehlt die Frage, die Guido Schäfer heute in der LVZ stellt, den Kern:

Und wann werfen die beiden Clubs Eitelkeiten, ideologische und emotionale Verirrungen über Bord und machen wieder gemeinsame Sache?

Die philosophischen und kulturellen Unterschiede sind eklatant

Der Status quo, also die vertiefte Spaltung, die ihren Anfang nicht erst mit der Wiederbelebung der BSG Chemie 2008 genommen hatte, sondern viel weiter zurückreicht, hat seine Geschichte. Dass es zwei Vereine gibt, folgt einer konsequenten Binnenlogik. Wieso soll denn zusammenwachsen, was sich philosophisch und kulturell derart radikal auseinander entwickelt hat?

Laut Engel sei das Gros der BSG-Fanszene, insbesondere die in den Gremien vertretenen und entsprechend mächtigen Diablos, nicht an einer Zusammenarbeit interessiert.

Schreibt Guido Schäfer. Das ist nicht falsch, aber vielleicht etwas verzerrt, denn es schwingt der Vorwurf mit, dass sich die BSG Chemie stur stelle. Dabei gibt es sehr gute Gründe für die Skepsis, die der SGLL, ihrer Vereinsführung und ihren Fans entgegenschlägt – das ist spätestens seit den Vorfällen beim Spiel gegen den Roten Stern Leipzig offenbar. Eine Vereinigung beider Vereine, ohne zuvor bei der SGLL nennenswert auszusortieren (die BSG Chemie hatte im Vorfeld des Spiels einigen Problemfans, darunter Thomas Gerlach, Hausverbot erteilt), ist unmöglich. Welche Konsequenzen aus dieser Erkenntnis zu ziehen sind, bleibt jedem selbst überlassen.

Was das WWW sonst noch so zu bieten hat:

NORTHEND: Bilder aus Leipzig-Leutzsch

L-IZ.de-Spielbericht: Leutzscher Derby: Nach torlosem, friedlichen Spiel folgt eine dritte Halbzeit

11-Freunde-Kolumne: Mein Leipzig lob‘ ich mir

Chaosblogger: Chemie gegen SGLL

René Loch: Nazis gegen Kommunisten, oder: das Leutzscher Derby










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15 Kommentare bisher
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  1. Gravatar of sure, not
    Kommentar von
    sure, not
    28.11.2011 um 18:52
    1

    Im Wissen um die Unterschiede -> NUR, NUR, NUR NOCH CHEMIE ! NIE, NIE, NIE WIEDER DEUTSCHLAND !


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    Sündenbock03
    28.11.2011 um 19:05
    2

    Ich muss deiner Einschätzung, auf den Rängen wäre es weitgehend emotionslos dahergegangen, widersprechen. Besonders in der Druckphase der ersten Halbzeit zogen große Teile des Blocks mit. Wenn da auch noch ein Tor gefallen wäre, wäre er wohl explodiert. Die Pöbeleien aus dem Gästeblock wurden schlicht und ergreifend mit Nichtachtung betraft, das hat nichts mit fehlendem Enthusiasmus zu tun.
    Guido Schäfers Frage („Wieso machen die nicht einfach gemeinsame Sache?“) spiegelt zwar ziemlich genau die Haltung der meisten wieder, die den „Status Leutzsch“ kommentieren (siehe auch Northend1889), resultiert aber letztlich nur aus Nichtwissen – wie ja auch du schreibst.
    Ich persönlich sehe das Thema „Politik“ gar nicht als das Entscheidende an. Selbstverständlich positioniert sich die BSG Chemie klar gegen Rassismus, und zwar nicht in ihrer Satzung, sondern auch in ihren Taten. Es geht aber um viel mehr. Die, rebellische, kritische Jugend, die sich anschickt, ihr Fußballkonsumentendasein aufzugeben – schönen Gruß ans RB-Publikum! – und den Verein selbst mitzugestalten, wie auch in diesem Video sehr schön gezeigt wird: http://www.youtube.com/watch?v=4iYIIuEsKoE zieht mit ihrem Ansinnen den Unmut der Älteren auf sich, die sich aufgrund der gesammelten Lebenserfahrung für klüger hält („Ich bin schon zu Chemie gegangen, da hast du noch in die Windeln geschissen…“). Optimal wäre wohl eine gute Mischung aus beidem. Weiterhin hängen Arbeitsplätze (Fanshop, Ein-Euro-Jobs) an der Existenz der SGLL. Dazu die Angst, in einem vermeintlichen „Ultra-VereiN“ nichts mehr zu sagen zu haben. Alles Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt.
    Schade.


  1. Gravatar of Nur noch Chemie
    Kommentar von
    Nur noch Chemie
    28.11.2011 um 22:26
    3

    Ihr habt null Ahnung oder?
    1. die provokationen kamen von den ball-sportlern
    2. der gästeblock hat den mit abstand besseren Support abgeliefert (kreativer etc.)
    3. neutrale grün-weiße gehen ab nun an zur wahren chemie, die heute unter dem namen sg leutzsch spielt
    4. fickt euch ihr spasten !!! SGL Wir sind und bleiben Chemie !!!
    bald seit ihr spalter nicht mehr da, dann gibt es nur einen verein ihr fusions-spacken…
     
    P.S. hauptsache man fusioniert mit blau-weiß!!!
    was kommt als nächstes? RB? Lok?
     
    ihr bastarde TuH der Ball-Gemeinschaft Blau-Weiß Nordwest Lindenau ihr Huren !!!


  1. Gravatar of NORTHEND
    Kommentar von
    28.11.2011 um 23:18
    4

    @Sündenbock: Ich gebe mich in der Sache sehr gern „unwissend“. Aber es muss möglich/erlaubt sein, auch von „weit draußen“ reflektieren zu dürfen. In vielen Gesprächen am Sonntag (direkt im Stadion) konnte ich oft genug völlig oberflächliche Ablehnung gegenüber den „Anderen“ heraus hören. Verbal und vor allem ALLE über einen Kamm.

    Die besten Gespräche hatte ich jedoch mit den Leuten, die sich ein Zusammengehen wünschen und augenscheinlich schlimm an der Situation leiden. Die trugen sogar BEIDE Vereine als Sticker am Revers und wünschten sich ein 2:2 Unentschieden.

    Und das waren nicht wenige. 


  1. Gravatar of Niveau ist keine Creme
    Kommentar von
    Niveau ist keine Creme
    29.11.2011 um 7:05
    5

    @nur noch chemie…
    mehrfache beleidigungen in einem kurzen beitrag… (fickt euch…, spacken, bastarde, huren) zeugen von großer intelligenz und jeder menge argumentationen, warum die sgll die „wahre“ chemie ist…
    genau wegen leuten wie dir, hab ich kein bock auf die sgll. das niveau, was du hier an den tag legst, habt ihr auch am sonntag gezeigt… (kannst ja mal euren platzwart fragen, sinnlos beleidigen und dann einfach abhauen… ganz stark)
     


  1. Gravatar of sure, not
    Kommentar von
    sure, not
    29.11.2011 um 7:13
    6

    @“Nur noch Chemie“
    seit wann ist „nur ein Leutzcher ist ein Deutscher“ kreativ ?


  1. Gravatar of Bastian (Chemieblogger)
    Kommentar von
    29.11.2011 um 10:06
    7

    @NORTHEND: Ich kann deine Außenperspektive nachvollziehen. Dennoch ist es mir unerklärlich, wie beide Vereine nach dieser Vorgeschichte – und insbesondere nach diesem absurden Sommer! – aufeinanderzugehen wollen. Als ich am Sonntag vom Parkplatz fuhr, musste ich anhalten, weil SGLL-Leute (orangefarbene Mützen) die Straße überquerten. Ich blickte in ihre Gesichter, und die sprachen Bände. Sie glotzten mich an – aus den Blicken sprach keine Freundschaft, eher Irritation, vielleicht auch Dummheit oder Ich-suche-den-nächsten-Baseballschläger. Übrigens, „Chemieblogger“ stand mir da nicht auf der Stirn geschrieben. Diese herrlich willkürliche Stichprobe hat mich in meiner Meinung einmal mehr bestätigt.

    @Sündenbock03:

    Dass wir mal verschiedener Meinung sind … Gut so! Ja, es war sicherlich mein subjektiver Eindruck. Aber ich habe mich während des Spiels mit verschiedenen Leuten unterhalten. Eigentlich alle davon wussten nicht so recht, was sie nun davon zu halten haben. Höchste Spannung ja, letzte Emotion nein. Genauso hat sich für mich der Support angehört. Insbesondere einem Vergleich zu legendären Spielen im Alfred-Kunze-Sportpark, und das müssen nicht gleich Derbys gegen Lok oder den HFC sein, hielt die Stimmung bei weitem nicht stand.

    Die Nichtachtung der Pöbeleien: Genauso hatte ich es doch geschrieben oder vielmehr gemeint. Es gibt keine gemeinsame Sprache. Es gibt keine Kommunikationsbasis. Da prallen Welten aufeinander.

    Gegenrede zum Thema Politik: Wir erliegen Missverständnissen, wenn wir „Politik“ genauso definieren, wie es auch Jamal Engel & Co. tun würden. Links hier, rechts da. Es geht doch viel weiter darüber hinaus. Politik ist auch, wenn du in einem Plenum sitzt, deine Meinung gehört wird und am Ende Teile davon in den Konsens einfließen. Politik ist doch viel globaler als das, was im Bundestag geschieht. Ich will weg von diesem Anti-Politik-Affekt: Denn wer Politik auf Verhandlungen im Hinterzimmer und die Ergebnisse, also Gesetze, beschränkt, genießt ein äußerst autoritäres Politikverständnis. Politik ist etwas Gutes, man braucht sie überall, wo mehrere Menschen aufeinandertreffen und ihre Interessen artikulieren. Wenn sich die Gesellschaft wirklich als frei, gleich und selbstbestimmt verstehen will, dann muss sie genau dem gerecht werden.


  1. Gravatar of Almir
    Kommentar von
    Almir
    29.11.2011 um 10:20
    8

    @sündenbock
    Kann dem größtenteils zustimmen was du schreibst. Kann jedoch einen Teil dieser Vorbehalte und Ängste potentieller SGL-Anhänger verstehen, wenn ich sie auch nicht teile. Die Leute aus dem Gästeblock vermisse ich tatsächlich nicht, aber von den Leuten, von denen @northend berichtet, gehen eben viele aus besagten Vorbehalten (sowie Prinzipien) nicht zu einem der beiden Vereine oder möglicherweise sogar zur SGL. Und von denen wird man möglicherweise selbst durch gute Vereinsarbeit nur wenige langfristig zurückholen, und das ist es was mir leid tut.
    Und die Frage „Warum macht ihr nicht einfach gemeinsame Sache?“ ist sicherlich auch aus Nichtwissen geboren. Aber sicherlich auch aus Unbefangenheit und einer gewissen Distanz, die auch nützlich sein kann. Es ist niemandem von außerhalb zu erklären, was hier in Leutzsch in den letzten Jahren passiert ist, auch wenn du in vielen Punkten recht hast, was die BSG positiv von der SGL unterscheidet. Es wurden auf beiden Seiten und von uns allen enorme Fehler begangen (meine Meinung) und persönliche Eitelkeiten über alles gestellt (und damit meine ich jetzt nicht das legitime Einstehen gehen Rassismus etc.), und insofern kann ich die Frage „Warum macht ihr nicht einfach gemeinsame Sache?“ auch wieder nachvollziehen, wenn man sie nämlich folgendermaßen versteht: „Wie blöd seid ihr alle nur die letzten Jahre gewesen?“. (Das ist eher eine Verteidigung @northends, als Guido Schäfers, bei dem ist es pures Nichtwissen gepaart mit weiteren Faktoren)


  1. Gravatar of Chemiefan aus Jena
    Kommentar von
    Chemiefan aus Jena
    29.11.2011 um 11:29
    9

    Seit gegrüßt zusammen, ich war seit dem letzten FCS-Heimspiel gegen Bautzen mal wieder im schönen AKS. Ich war auf dem Dammsitz, mehr am Gästeblock. Habe natürlich „beide Seiten“ beobachtet…und ich muss sagen, aus dem Gästeblock kam nicht nur „Nur ein Leutzscher…“, da kamen auch die verschiedensten kreativen Lieder neue, sowie alte Lieder, war schön zu sehen, dass sich dort auch eine Szene entwickelt…auch die Zaunsbeflagung war gut, und Schwenkfahnen hatten die Jungs dort auch gehabt…nachdem Spiel war ich mit meiner Freundin noch auf dem Weihnachtsmarkt, und was wir da erleben mussten, war das allerletzte…Diablos & Umfeld am randalieren.sowas nennt sich Chemie? In meinen Augen nicht…ich werde absofort zur SGL gehen, dass ist für mich und auch andere Bekannte der einzigst richtige Weg…
     
    GWG aus Jena


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    Sündenbock03
    29.11.2011 um 12:42
    10

    @Nivea und @sure, not:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ironie
    @Bastian: Meine Anmerkung war eher allgemeiner Natur bzw. auch eine ungewollte Reaktion meinerseits auf viele andere Beiträge (siehe auch #1 hier) in verschiedenen Medien – siehe Kommentare auf LVZ-Online oder unter den YouTube-Videos. Dass Politik nicht dort endet, wo sie die Treppen des Reichstagsgebäudes hinunterstiefelt, ist mir schon bewusst.
    Wie man die Stimmung wahrgenommen hat, liegt wohl vor allem der Position im Block. Wenn man etwas weiter außen steht, bekommt man die Lautstärke gar nicht so mit. Außerdem war der Dammsitz anscheinend darauf bedacht, keinen Unfrieden zwischen den verschiedenen Lagern zu stiften, von den vielen Neutralos mal ganz zu schweigen. Dass die Atmosphäre weit entfernt von den wirklichen Derbys gegen Lok oder Halle war, ist doch klar und letztlich auch gut so!
    Dass wir ein Problem mit der Kommunikation nach außen haben, ist mir schon desöfteren zu Ohren gekommen. Fragt sich nur, was genau dagegen getan werden kann. Soll die BSG Chemie Leipzig ein 10-seitiges Pamphlet veröffentlichen, das haarklein die jüngste Geschichte in Leipzig-Leutzsch erörtert?
    @Northend1889: War gewiss nicht als Vorwurf gedacht!
     
    Einig sind wir uns wohl alle, dass im grün-weißen Fußball insgesamt zuwenig miteinander geredet und zuviel übereinander geschrieben wird.


  1. Gravatar of Sündenbock03
    Kommentar von
    Sündenbock03
    29.11.2011 um 12:46
    11

    @#9:
    Ein unglaublich plumper und billiger Versuch der Meinungsmache.
     
    Inwiefern genau wurde denn auf dem Weihnachtsmarkt „randaliert“?


  1. Gravatar of ChemieFAN wär zuviel gesagt…
    Kommentar von
    ChemieFAN wär zuviel gesagt...
    29.11.2011 um 22:07
    12

    Schönen Gruß aus Chemnitz. Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen, als Sympathisant schon. Und zwar vom Konstrukt Chemie insgesamt und das schließt für mich beide Seiten ein. Nun war ich nicht beim Spiel, kann also nur auf das Gelesene eingehen und da habe ich mitunter den Eindruck, dass sich beide Seiten mit Skandale&Randale-Meldungen zu übertreffen versuchen.
    Für mich als Außenstehenden ist es nur noch traurig, was in Leutzsch abgeht.
    Und bitte nicht falsch verstehen – eine unreflektierte „Wir sind doch alle Chemiker“-Vereinigung wünsche ich mir mitnichten. (Abgesehen, dass ich mir Forderungen in diese Richtung als Außenstehender nie anmaßen würde).
    Aber ich wünsche mir ein gegenseitiges aufeinander Zugehen. Da erwarte ich eine klare Distanzierung der SGLL von antisemitischen, homophoben und anderen menschenverachtenden Einstellungen, so es die wirklich systematisch geben sollte.
    Allerdings empfinde ich die Abwertung von Andersdenkenden ebenfalls als menschenverachtende Einstellung und die nehme ich vielen Äußerungen aus der BSG-Ecke verstärkt wahr.
    Das schließt für mich auch den Umgang mit dem „Nur ein Leutzscher…“ ein. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass jede Diskussion an irgendeiner Stelle zu diesem Punkt kommt.
    Ja, der Slogan stört mich auch. Aber meine Fresse – wenn es nur durch diesen Spruch passiert und keine weitergehenden Sprüche nach sich zieht, sei es denen gegönnt, die es als Chemietradition betrachten. Als Merchandise-Slogan sollte man es sich dann aber verkneifen.
    Also ich würde eine nicht-rassistische, nicht-homophobe und nicht-anitsemitische Fanszene, die in der Lage ist, einen Hauch Nationalismus zu verkraften schon als ziemlich emanzipiert empfinden. Aber wie gesagt, da müssten beide Seiten wohl über ihren Schatten springen und das kann ich mir bei der derzeitigen Rhetorik und Schützengrabenmentalität nicht mehr vorstellen.
    Bleibt mir also nur, aus der Ferne Woche für Woche zwei Leutzscher Teams die Daumen zu halten. Irgendwie schade, aber was willste machen…


  1. Gravatar of Jenenser
    Kommentar von
    Jenenser
    14.12.2011 um 18:42
    13

    hab mal wieder nen Le-Weekend gemacht:                       Samstag Demo gegen den NSU/ FN Nazi-scum, der ja nun aus meiner Heimatstadt  stammt (sollte man als Jenenser schon mal seine Schnauze zeigen)..auch einige von der BSG gesehen (Daumen hoch)…  Sonntag denne ins AKS beim Stadtderby „schön“ gegen „häßlich“ Spiel dünne, Stimmung ok, auch mitgejumpt aber nicht gesungen da ja nicht mein Team ;)  aber gegen die L-Leutzsch Truppe ist Solidarität angesagt !! Mein Eindruck ist das die beiden Fanszenen Welten trennen und bei dem was ich so von L-Leutzsch gesehen und gehört habe ist das auch gut so….hab den ganzen Bullennerv nach dem Spiel auch mitgemacht viel. hat sich das ein bischen auf dem Weihnachtsmarkt entladen…..normal denke ich……………FCC  und Samstag DERBYSIEG gegen die die“thüringer L-Leutzscher“ !


  1. Gravatar of The Leutzscher Legend of 1963/64 | Bundesliga Fanatic
    14

    [...] have been torn apart into two factions. It might seem ridiculous to the outside observer, but as BSG Chemie blogger Bastian Pauly put it: The fact of these two clubs existence is a logical consequence arrived from within. Why should [...]


  1. Gravatar of Chris Stride
    Kommentar von
    19.01.2014 um 18:28
    15

    Hi!

    First, apologies for writing in English, but our minimal German does not stretch to a competent email :/

    Anyway, we are currently putting together a website cataloging all of the footballer statues in Europe – http://www.sportingstatues.com – as such we were wondering if you would be able to supply any information on the concrete statues of players at Alfred Kunze Sportpark, Leipzig?

    We believe they celebrate a championship winning team, and were unveiled in 1976 – but can’t find an exact unveiling date. Do you know what this was?

    Do you know who paid for and commissioned them?

    Nor do we know whether each statue matches a specific player in the team – if so we’d love to know in order (from left to right viewing from the pitch) which player is which statue!?

    Also, is there a plaque by the statues, and if so, what does it say?

    Furthermore, if you were able to supply photos of each statue and the full team group for use on our website that‘d be amazing – you would of course be credited by each statue.

    Any help hugely appreciated!

    cheers
    Chris & Ffion
    http://www.sportingstatues.com




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