zuletzt aktualisiert: Dienstag, 2. Februar 2010, 8:14 Uhr
Abgelegt unter: Kommerz- & Medienfußball, Vereinspolitik
Was Konzerne können, kann der Fußball schon lange. Wann entdecken Klubs ihr eigenes Potential als Produktmarke?
Bei konzeptspeicher hat sich Sebastian kreative Gedanken darüber gemacht und Argumente angeführt, wie Traditionsfußball mit Marketing für regionale Produkte verbunden und damit ganz nebenbei auch noch die monopolistischen Sponsoringstrukturen des Fußball-Weltverbandes durchbrochen werden können. Das klingt zunächst einmal unbescheiden und vielleicht auch illusorisch, zumindest fand ich beim ersten Lesen die Idee eines Energy-Drinks namens „Dynamo“ schlichtweg albern. Aber nicht, wenn man es richtig angeht.
Die SG Dynamo Dresden ist (nicht nur) im ostdeutschen Fußball eine Institution, hat ein breites Einzugsgebiet und erfreut sich trotz seiner Vergangenheit als DDR-Leistungszentrum einer ungebrochenen Popularität. Kurzum: Die Marke „Dynamo“ gibt es bereits. Bloß noch nicht den entsprechenden Energy-Drink. Eine Blubberbrause in Schwarz-Gelb wäre ein ironisches Zitat Salzburg-Leipziger Fußballambitionen und hätte schon allein deshalb den Imputes des Anderen, des Alternativen, des Protests. Ein Verein, der sein eigenes Produkt am Markt platziert, konterkarriert die dominante Entwicklung, dass sich Konzerne in den Fußball einkaufen und ihn instrumentalisieren. Allein, will ein Fußballverein auch im Supermarktregal erfolgreich sein, bedarf es mehr als des bloßen Brandings eines Produktes. Logo drauf und das verkauft sich schon allein wegen des Namens – weit gefehlt. Kreativität, Authentizität und vor allem Individualität sind da gefragt.
Energy-Drinks gibt es genug, und gefühlt ist ohnehin überall das Gleiche drin. Red Bull hat seine Marke lediglich zum richtigen Zeitpunk am Markt platziert und kann es sich angesichts eines nach wie vor bestehenden und kaum nachvollziehbaren Hypes leisten, maßlos überteuerte Produkte zu verkaufen und somit nicht weniger als ein Drittel seines Umsatzes in Marketingprojekte wie das hauseigene Formel-1-Team oder RasenBallsport Leipzig zu investieren. Red Bull ist Lifestyle, genauso wie Apple, und alle machen mit. Alle? Nun ja, die Vorstellung eines Energy-Drinks „Dynamo“, der zuerst das Rudolf-Harbig-Stadion, dann Dresden, Sachsen und schließlich die (Fußball-)Welt erobert, entbehrt nicht eines gewissen Charmes. Und wenn dann 2011 bei der Frauenfußball-WM in Deutschland ein sowohl für einen Fußballklub, als auch für ein limonadenartiges Getränk werbendes „Dynamo-Stadion“ den FIFA-Abosponsor Coca Cola aussticht, hätte das doch was.
« Didis Direktiven
7 Kommentare bisher
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Ha! Also ICH würds kaufen. Und das obwohl ich in Salzburg wohne (echt jetzt!).
Das geht mir richtig gut rein. Bei einem vernüftigen Preis und transparenter Verwendung des Geldes, ist das wohl ein äußerst interessantes Geschäftsmodell.
WOW. Respekt für diese sehr intelligente Aufnahme meiner ja eher holprigen Vorlage! Du hast Dinge genauso formuliert, wie sie gemeint waren!
Aber ich habe tatsächlich das „Problem“, daß ich aufgrund der Unvorstellbarkeit einer realen Umsetzung – zu viele Hindernisse! Du sprichst sie selbst an: „Kreativität, Authentizität und vor allem Individualität“ gehöre nicht zu den größten Stärken der letzten Vereinsführungen. Bereichert um fehlende Konstanz wird aus der Umsetzungswahrscheinlichkeit ein sattes „circa 0,8%“ – die Idee gerne selber ins Alberne, Lächerliche ziehe. Dennoch bin ich natürlich davon überzeugt, daß es definitiv funktionieren könnte! Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, dann hätte ich den falschen Job
)
Hatte Dein Blog vorher noch nie gesehen! werde aber sicher jetzt häufiger vorbeikommen
mal so – mal so
im ernst, wie haben andere dienste dort umgesetzt und mit etwas, was so weit weg von der „realität des alltags“ ist und das in der jetzigen situation…..
man muss schon wissen, wann man papa nach dem autoschlüssel fragen darf und wann nicht..
[...] konzeptspeicher.de entwickelt ein Sebastian die Idee eines Dynamo-Energydrinks (gefunden via chemieblogger.de). Weil Red Bull die bestehenden Traditionsvereine in Sachsen angreife, müsse man Red Bull mit [...]
[...] rotebrauseblogger zu Red Bull: Kontert jetzt Dynamo?: Aktivitäten gegen den modernen Fußball(16. März 2010) [...]
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